Programmflyer

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Filme der kommenden Wochen

Googoosh – Made of Fire!

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02.09.2025
19:00
Die Schönen Künste
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Niloufar Taghizadeh

D 2024, 90 Min

Farsi/Englisch/ dt Voice Over

Bereits im Alter von zwei Jahren von ihrem Vater auf die Bühne gestellt und mit dem Künstlernamen Googoosh versehen, wurde Faegheh Atashin schnell zum Kinderstar im Iran. Ihr einzigartiger Gesangsstil, der persische Poesie mit Blues, Jazz, Rock und Disco vereint, katapultierte sie in den 1970er Jahren zu internationalem Ruhm. Sie trat auch in den USA, Italien und Frankreich auf, bis ihre Karriere mit der Islamischen Revolution abrupt endete. Das Regime hat zahlreichen Kulturschaffenden die Lebensgrundlage entzogen und viele von ihnen, darunter auch Googoosh, unter jahrzehntelangen Hausarrest gestellt.
Dann kehrt sie durch unglaubliche Umstände auf die Bühne zurück und feiert ein triumphales Comeback. Bis heute begeistert sie ein riesiges Publikum, hat Millionen Fans auf allen Kontinenten und aus allen Generationen. Die deutsch-iranische Regisseurin Niloufar Taghizadeh hat ein intimes Porträt dieser gefeierten Ikone und ein vielschichtiges historisches und kulturelles Zeugnis des Iran geschaffen. Googoosh erzählt ihre einzigartige Geschichte in eigenen Worten – von den wilden Anfängen der iranischen Popkultur bis zum unermüdlichen Kampf gegen die Unterdrückung.

Filmgespräch mit:
Niloufar Taghizadeh
, Regie & Produktion
Amra Bartosiewicz,  Produktion (angefragt)

Wolfgang Voss, naxos.KINO

Windcatcher

Tevî her tiştî – Trotz alledem

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09.09.2025
19:00
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Robert Krieg

D 2025, 90 Min

Deutsch

Argin ist technisch versiert. Sie pflügt und eggt die Felder des Frauendorfes Jinwar in Grenznähe zur Türkei. Sie betreut und repariert den Dieselgenerator, der die Häuser der Frauenkooperative stundenweise mit Strom versorgt. 2015 hat sie bei der Verteidigung der Stadt Kobanê mitgekämpft.
Jehan ist Kunsthandwerkerin und hat sich in Qamishli mit Hilfe ihrer Familie eine eigene Werkstatt mit Laden eingerichtet. Bei der Verwendung von Werkstoffen und Farben orientiert sie sich an traditioneller Kunst und setzt diese in moderner Form um. Sie ist ein Vorbild für Frauen, die für ihre Selbständigkeit kämpfen.
Dies sind in diesem neuen Film nur einige der Porträts von Frauen, die in der selbstverwalteten und jetzt sehr bedrohten Region um Rojava unermüdlich ihren Kampf um ein selbstbestimmtes Leben führen. Der Filmemacher Robert Krieg war bereits früher mehrfach in dem kurdischen Gebiet und hielt die Entwicklungen fest (z.B. im Dokumentarfilm "Experiment Rojava").

Filmgespräch mit:
Robert Krieg, Regisseur

Brigitte Schulz, naxos.Kino

W-Film

Maries Vermächtnis

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16.09.2025
19:00
Eintritt frei
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Ina Knobloch

D 2025, 30 Min

Deutsch

„Maries Vermächtnis“ erzählt die Geschichte einer herausragenden Frau, der Frankfurter Unternehmerin, Stifterin und Frauenrechtlerin Marie Eleonore Pfungst (1862-1943). Ihr Vater Julius Pfungst war Gründer der „Naxos-Union Schleifmittel- und Schleifmaschinenfabrik“ an der Wittelsbacher Allee. Gemeinsam mit der Mutter Rosette führte Marie nach dem Tod des Bruders 1912 den väterlichen Betrieb und einen vom Bruder gegründeten Verlag - beides ging 1918 in die nach dem Bruder benannte „Arthur Pfungst-Stiftung“ ein.
Die Regisseurin Ina Knobloch skizziert die Geschichte des einstige Familienunternehmen Naxos-Union, die heutige Kulturstätte „Produktionshaus Naxos“, sowie die Dr. Arthur-Pfungst-Stiftung, die im Sinne der Stifterin Bildung fördert und Ausbildungsbeihilfen gewährt.. Die Geschichte führt außerdem zum Jüdischen Museum Frankfurt, auf die griechische Insel Naxos und zum Ghetto-Museum Theresienstadt, wo Marie Pfungst 1943 starb.
Marie Pfungst war eine der bedeutendsten Unternehmerinnen und Stifterinnen des frühen 20. Jahrhunderts. In Zeiten des Patriarchats, als die meisten Frauen ausschließlich den Haushalt führen durften, leitete Marie Pfungst die Naxos-Union und führte sie an die Weltspitze der Industrie. Sie galt als „Engel“ ihrer Firma Naxos-Union, die sie vor mehr als 100 Jahren mit ihrer Mutter in eine Stiftung verwandelte. Knoblochs Film erzählt den Werdegang dieser bedeutenden Frau im Kontext ihrer Familiengeschichte, den rasanten Aufstieg einer säkularen jüdischen Familie, die sich für das Gemeinwohl engagierte wie kaum ein anderes deutsches Familienunternehmen.  Ein Film über eine außergewöhnliche Frau, die von den Nazis brutal entrechtet, enteignet, deportiert und ermordet wurde. 
Vor dem Film Rundgang durch die Naxoshalle!

Filmgespräch mit:
Ina Knobloch
, Regisseurin
Michael Weber, Theater Willy Praml
Melanie Gärtner, Hessischer Dokumentarfilmtag I LETs DOK

Hadwiga Fertsch-Röver, naxos.Kino

Hessische Dokumentarfilmtage "LETsDOK"

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©

Frank Meyer

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23.09.2025
19:00
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Leonhard Hofmann, Riccardo Dejan Jurkovic

D 2023, 83 Min

Deutsch

Über zehn Jahre hinweg begleitet der Dokumentarfilm den einstigen Bodybuilder Frank Meyer. Die Kamera mag er zu Beginn der Dreharbeiten am liebsten selbst führen. Einen ersten Schlaganfall hat er da schon hinter sich. Doch die anfänglich sehr jungen Filmemacher emanzipieren sich im Laufe der Drehzeit von Frank Meyers Anweisungen und machen ihm und uns damit ein Geschenk: Er lernt sich selbst kennen und besser verstehen, und wird fähig, seine gepanzerte Männlichkeit zu hinterfragen. Doch trotz immer neuer und immer heftigerer Rückschläge macht er weiter mit seinem exzessiven Training – in hoffnungsvoller Erwartung, irgendwann zu alter Stärke zurückzukehren. Den Regisseuren gelingt das intime, aber nie voyeuristische Portrait eines sehr speziellen Menschen, das  ihn weder verurteilt noch zu seinem Komplizen wird.

 

Filmgespräch mit:
Leonhard Hofmann, Riccardo Dejan Jurkovic
, Regisseure des Films

Ruth Fühner, naxos.Kino

hessen film tour /Filmbüro hessen

Logo Kooperationspartner

Frank Meyer - Trailer auf Vimeo

Solidarität verbindet – 100 Jahre Rote Hilfe

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30.09.2025
19:00
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Chris Hölzing

D, 2024, 108 min

Deutsch

»Zum 100-jährigen Bestehen der Roten Hilfe ist ein Doku­men­ta­ti­ons­film erschienen, der sich der Geschichte und Gegenwart der Soli­da­ri­täts­ar­beit widmet. Beginnend bei der Roten Hilfe Deutsch­lands in der Weimarer Republik und in der Ille­ga­lität während des NS-Faschismus, schlägt der Film einen Bogen über die Neugrün­dung von Rote-Hilfe-Struk­turen in den frühen 1970er- Jahren bis zur heutigen Roten Hilfe e.V.
In Inter­views kommen linke Aktivist*innen zu Wort, die angeklagt oder inhaf­tiert wurden und soli­da­ri­sche Unter­s­tüt­zung erfuhren, ebenso wie Rote-Hilfe-Mitglieder, die die Prozesse beglei­teten und Kampagnen orga­ni­sierten. Dabei wird deutlich, dass Unter­s­tüt­zungs­praxis, Themen und poli­ti­sche Schwer­punkte einige Konti­nui­täten, aber auch Ände­rungen und Brüche erfahren haben.« (Produk­ti­ons­notiz)

Filmgespräch mit:
Silke Makowski
, Hans-Litten-Archiv
Moritz, Rote Hilfe Mainz

Marianne Spohner, naxos.Kino

Geografies of Solitude

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07.10.2025
19:00
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Jacquelyn Mills

CND, 103 Min

Englisch/OmdU

Zwei Frauen auf einer einsamen Insel vor der Küste Nova Scotias: Sable Island. Die Naturschützerin Zoe Lucas kam als Kunststudentin in den 1970ern das erste Mal dorthin und lebt nun seit Jahrzehnten überwiegend alleine auf der Insel. Die Regisseurin Jacquelyn Mills filmt sie bei ihren alltäglichen Beobachtungen von Flora und Fauna. Ihre Studien zu der Population verwilderter Pferde, für die die Insel bekannt ist, und allgemein zur Biodiversität auf Sable Island haben die autodidaktische Wissenschaftlerin zu einer geschätzten Expertin gemacht. Auch das Sammeln erschreckender Mengen Plastikmülls gehört hier zum Alltag. Mills filmt auf 16 mm, und das Material verleiht der kargen Landschaft besondere Schönheit. Wissenschaft und Kunst verschmelzen in den Aktivitäten der beiden Frauen und bereichern sich gegenseitig. Die Bewegungen von Käfern werden in Musik verwandelt. Pferdemist liefert Lucas interessante Daten. Mills experimentiert mit ihm, mit Algen und anderen Pflanzen in der Filmbelichtung und -entwicklung. Wenn die letzte Filmrolle angebrochen wird, enden nicht nur die Dreharbeiten, sondern auch eine besondere Begegnung zweier Menschen. Das stimmt fast melancholisch. (Anna Hoffmann)

Filmgespräch mit:
Moritz Sonnewald,
Meeresbiologe, Senckenberg Institut für Naturforschung

Christina Budde, naxos.Kino