Programm
Programmflyer
Filme der kommenden Wochen
Shingo Ota
JPN 2025, 80 Min
japanisch/ OmeU
Das weltweit größte japanische Filmfestival Nippon Connection öffnet erneut seine Pforten und entführt seine Besucher*innen in die faszinierende (Film-)Welt Japans. Zum Auftakt zeigt das Festival im naxos.Kino NUMAKAGE PUBLIC POOL von Shingo Ota. Der Dokumentarfilm erzählt vom städtischen Freibad Numakage in Saitama, das dort seit 50 Jahren ein wichtiger Treffpunkt für Menschen aller Generationen ist und einem Stadtentwicklungsprojekt weichen soll.
Regisseur Shingo OTA zeigt eindringlich, wie Menschen von einem Ort Abschied nehmen, der ihr Leben geprägt hat.
Mit über 140 Kurz- und Langfilmen zelebriert Nippon Connection vom 02. - 07. Juni 26 die Vielfalt des japanischen Kinos und bietet all jenen ein Zuhause, die Geschichten abseits bekannter Sehgewohnheiten entdecken möchten. Von bildgewaltigen Blockbustern, existenziellen Animationsfilmen bis hin zu progressiven Independentfilmen wartet eine abwechslungsreiche Auswahl – darunter viele Deutschland-, Europa- und internationale Premieren in Anwesenheit der Filmemacher*innen. Der diesjährige Festivalschwerpunkt „Shades of Reality – Between Truth and Fiction” widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Inszenierung und Wirklichkeit.
Darüber hinaus wartet ein vollgepacktes Rahmenprogramm, inklusive spannender Vorträge, lehrreicher Workshops und mitreißender Konzerte sowie ein japanischer Markt mit zahlreichen Essens- und Verkaufsständen.
Festivalzentren sind das Produktionshaus NAXOS und das Künstler*innenhaus Mousonturm.
Weitere Infos & Tickets ab dem 9. Mai auf NipponConnection.com
Nippon Connection Filmfestival 2026
©Nippon Connection Filmfestival
Arthur Franck
FIN/D/NOR 2025, 89 Min
Deutsch, Englisch, OMU
DER HELSINKI EFFEKT erweckt humorvoll und informativ eines der bedeutendsten diplomatischen Ereignisse aus den 1970er Jahren zum Leben: die Konferenzüber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) von 1975. Gleichzeitig zeigt der Film, wie dieses politische Ereignis immer noch Einfluss nimmt auf die heutige Weltpolitik. So erleben wir eine Zeitreise von hoher aktueller Bedeutung. Erzählt von Schauspieler Bjarne Mädel, feiert DER HELSINKI EFFEKT Diplomatie als die Kunst, Nationen zusammenzubringen und sich auf für alle Seitenvorteilhafte Prinzipien zu einigen. Er feiert die Wichtigkeit des Dialogs als Grundvoraussetzung, um Lösungen für ein Miteinander zu finden: Die Anführer der Supermächte vor 50 Jahren standen sich erbittert gegenüber, aber sie redeten noch miteinander. Heute mehr denn je, fällt dem Film damit eine große aktuelle Relevanz zu. (Pressetext Verleih)
Filmgespräch mit:
Dr. Ulrich Sonnenschein, Redakteur, Autor und Moderator bei hr2-Kultur
Falk Schweda, Stud. Politikwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt
Christina Budde, naxos.Kino
© Rise & Shine Cinema
Albert & David Maysles /Charlotte Zwerin
USA 1970, 91 Min
Englisch/OmU
"Gimme Shelter“ ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 1970, der die letzten Wochen der US-Tournee der Rolling Stones im Jahr 1969 nachzeichnet, die im katastrophalen Altamont Free Concert und der Ermordung von Meredith Hunter gipfelte. Der Film ist nach „Gimme Shelter“ benannt, dem Titelsong des 1969 erschienenen Albums "Let It Bleed" der Band. Gimme Shelter wurde 1971 als Eröffnungsfilm der Filmfestspiele von Cannes außerhalb des Wettbewerbs gezeigt.
Der Film von Charlotte Zwerin und den Brüdern Albert und David Maysles beschäftigt sich vor allem mit dem Vorfall, bei dem der 18-jährige Meredith Hunter am 6. Dezember 1969 beim Altamont Free Concert auf dem Altamont Speedway versuchte, mit einem gezogenen Revolver auf die Bühne zu gelangen, und dabei von einem Mitglied der Hells Angels, Alan Passaro, erstochen wurde. Die Hells Angels waren von den Rolling Stones als Ordner und Schutztruppe für die Bühne engagiert worden, was sich neben der chaotischen Organisation mit der kurzfristigen Verlegung des Festivals an den dafür unterdimensionierten Speedway als Fehler erwies. Aus dem Todesfall und dem organisatorischen Desaster bei diesem Auftritt zogen die Rolling Stones Konsequenzen. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen, die sie kurz darauf bei ihren Konzerten einführten, gelten bis heute als vorbildlich.
Filmgespräch mit:
Edo Reents, Redakteur im Feuilleton der FAZ
Wilfried Volkmann, naxos.Kino
©
Stanislaw Mucha
D 2025, 90 Min
Deutsch
Was ist echt? Was ist falsch? Und wer entscheidet, was ein ORIGINAL ist?
In der Fälscherstadt Dafen malen tausende Künstler Tag und Nacht die Meisterwerke von van Gogh, Monet und Rembrandt – Millionen Bilder jedes Jahr, die rund um die Welt verkauft werden. Stanislaw Mucha wirft einen humorvollen und scharfen Blick auf Originale, Kopien und den Wert der Kunst – ein faszinierender Dokumentarfilm über Kreativität im Zeitalter der unbegrenzten Reproduktion.
In der südchinesischen Fälscherstadt Dafen entstehen täglich Millionen Meisterwerke: Tausende Maler kopieren die Ikonen der Kunstgeschichte – von van Gogh bis Monet – während Familien mitten unter den Bildern leben, schlafen und träumen. Ein Richter für 30 Euro, ein kleiner van Gogh für 45, Monets Seerosen für 120, Rembrandts Selbstporträts für 150 – sogar das Lächeln der Mona Lisa ist zu haben. Jährlich verlassen über 10 Millionen Bilder die Ateliers – in Großbestellungen nach Europa und Amerika. Doch wer sind die Menschen, die diese kunstvollen Kopien erschaffen? Einzigartig und humorvoll erzählt von Stanislaw Mucha. (Pressetext Verleih)
Filmgespräch mit:
Stanislaw Mucha, Regisseur
Hadwiga Fertsch-Röver, naxos.Kino
©
David Borenstein
CZE/DNK 2025, 90 Min
Russisch, Englisch/OmU
Ausgezeichnet mit dem "Oscar" als bester Dokumentarfilm: Pawel Talankin ist Lehrer einer Schule in der Kupferminenstadt Karabasch im Ural, die von der Unesco einst als „giftigster Ort der Welt“ bezeichnet wurde, was sie jahrelang zum makabren Anziehungspunkt für Touristen machte. Das berichtet Talankin selbst in dem Dokumentarfilm Ein Nobody gegen Putin und legt damit direkt den bitter-ironischen Tonfall des Werks fest.
Nichtsdestotrotz mag Talankin sein Leben. Ihm gefällt seine Arbeit, die Jugendlichen mögen ihn. Doch dann erhält die Schule im Februar 2022 ein Fax. Betreff: „Neue Föderalpatriotische Bildungspolitik“. Der Unterricht wird mit sofortiger Wirkung umgestellt, Inhalte zur sogenannten militärischen Spezialoperation werden integriert, die Schülerinnen und Schüler müssen patriotische Lieder und Gedichte lernen und jeden Morgen beim Fahnenappell die Nationalhymne singen.
Pawel, genannt Pascha, muss fortan diese Veranstaltungen für das Bildungsministerium dokumentieren und die Videos als Beweis für die patriotische Pflichterfüllung der Schule nach Moskau schicken. Zunehmend entsetzt zeichnet der Lehrer auf, wie seine Kollegen teils blind die Verzerrungen der Geschichte und die Verharmlosung des Kriegs befördern, teils resignativ die Befehle ausführen.
Filmgespräch mit:
Luka Thiessen, queerer und feministischer Antikriegs-Aktivist aus Russland, Teil von FAR Hamburg, antiautoritäres feministisches Kollektiv, Mitgestalter der Radiosendung FAR AWAY, Radio FSK Hamburg.
Lana Bogdanovskaia, naxos.Kino
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