Programm
Programmflyer
Filme der kommenden Wochen
Niloufar Taghizadeh
D 2024, 90 Min
Farsi/Englisch/ dt Voice Over
Filmgespräch mit:
Niloufar Taghizadeh, Regie & Produktion
Amra Bartosiewicz, Produktion (angefragt)
Wolfgang Voss, naxos.KINO
Windcatcher
Robert Krieg
D 2025, 90 Min
Deutsch
Argin ist technisch versiert. Sie pflügt und eggt die Felder des Frauendorfes Jinwar in Grenznähe zur Türkei. Sie betreut und repariert den Dieselgenerator, der die Häuser der Frauenkooperative stundenweise mit Strom versorgt. 2015 hat sie bei der Verteidigung der Stadt Kobanê mitgekämpft.
Jehan ist Kunsthandwerkerin und hat sich in Qamishli mit Hilfe ihrer Familie eine eigene Werkstatt mit Laden eingerichtet. Bei der Verwendung von Werkstoffen und Farben orientiert sie sich an traditioneller Kunst und setzt diese in moderner Form um. Sie ist ein Vorbild für Frauen, die für ihre Selbständigkeit kämpfen.
Dies sind in diesem neuen Film nur einige der Porträts von Frauen, die in der selbstverwalteten und jetzt sehr bedrohten Region um Rojava unermüdlich ihren Kampf um ein selbstbestimmtes Leben führen. Der Filmemacher Robert Krieg war bereits früher mehrfach in dem kurdischen Gebiet und hielt die Entwicklungen fest (z.B. im Dokumentarfilm "Experiment Rojava").
Filmgespräch mit:
Robert Krieg, Regisseur
Brigitte Schulz, naxos.Kino
W-Film
Ina Knobloch
D 2025, 30 Min
Deutsch
Marie Pfungst war eine der bedeutendsten Unternehmerinnen und Stifterinnen des frühen 20. Jahrhunderts. In Zeiten des Patriarchats, als die meisten Frauen ausschließlich den Haushalt führen durften, leitete Marie Pfungst die Naxos-Union und führte sie an die Weltspitze der Industrie. Sie galt als „Engel“ ihrer Firma Naxos-Union, die sie vor mehr als 100 Jahren mit ihrer Mutter in eine Stiftung verwandelte. Knoblochs Film erzählt den Werdegang dieser bedeutenden Frau im Kontext ihrer Familiengeschichte, den rasanten Aufstieg einer säkularen jüdischen Familie, die sich für das Gemeinwohl engagierte wie kaum ein anderes deutsches Familienunternehmen. Ein Film über eine außergewöhnliche Frau, die von den Nazis brutal entrechtet, enteignet, deportiert und ermordet wurde.
Filmgespräch mit:
Ina Knobloch, Regisseurin
Michael Weber, Theater Willy Praml
Melanie Gärtner, Hessischer Dokumentarfilmtag I LETs DOK
Hadwiga Fertsch-Röver, naxos.Kino
Hessische Dokumentarfilmtage "LETsDOK"
©
Leonhard Hofmann, Riccardo Dejan Jurkovic
D 2023, 83 Min
Deutsch
Über zehn Jahre hinweg begleitet der Dokumentarfilm den einstigen Bodybuilder Frank Meyer. Die Kamera mag er zu Beginn der Dreharbeiten am liebsten selbst führen. Einen ersten Schlaganfall hat er da schon hinter sich. Doch die anfänglich sehr jungen Filmemacher emanzipieren sich im Laufe der Drehzeit von Frank Meyers Anweisungen und machen ihm und uns damit ein Geschenk: Er lernt sich selbst kennen und besser verstehen, und wird fähig, seine gepanzerte Männlichkeit zu hinterfragen. Doch trotz immer neuer und immer heftigerer Rückschläge macht er weiter mit seinem exzessiven Training – in hoffnungsvoller Erwartung, irgendwann zu alter Stärke zurückzukehren. Den Regisseuren gelingt das intime, aber nie voyeuristische Portrait eines sehr speziellen Menschen, das ihn weder verurteilt noch zu seinem Komplizen wird.
Filmgespräch mit:
Leonhard Hofmann, Riccardo Dejan Jurkovic, Regisseure des Films
Ruth Fühner, naxos.Kino
hessen film tour /Filmbüro hessen
Frank Meyer - Trailer auf Vimeo
Chris Hölzing
D, 2024, 108 min
Deutsch
»Zum 100-jährigen Bestehen der Roten Hilfe ist ein Dokumentationsfilm erschienen, der sich der Geschichte und Gegenwart der Solidaritätsarbeit widmet. Beginnend bei der Roten Hilfe Deutschlands in der Weimarer Republik und in der Illegalität während des NS-Faschismus, schlägt der Film einen Bogen über die Neugründung von Rote-Hilfe-Strukturen in den frühen 1970er- Jahren bis zur heutigen Roten Hilfe e.V.
In Interviews kommen linke Aktivist*innen zu Wort, die angeklagt oder inhaftiert wurden und solidarische Unterstützung erfuhren, ebenso wie Rote-Hilfe-Mitglieder, die die Prozesse begleiteten und Kampagnen organisierten. Dabei wird deutlich, dass Unterstützungspraxis, Themen und politische Schwerpunkte einige Kontinuitäten, aber auch Änderungen und Brüche erfahren haben.« (Produktionsnotiz)
Filmgespräch mit:
Silke Makowski, Hans-Litten-Archiv
Moritz, Rote Hilfe Mainz
Marianne Spohner, naxos.Kino
Jacquelyn Mills
CND, 103 Min
Englisch/OmdU
Zwei Frauen auf einer einsamen Insel vor der Küste Nova Scotias: Sable Island. Die Naturschützerin Zoe Lucas kam als Kunststudentin in den 1970ern das erste Mal dorthin und lebt nun seit Jahrzehnten überwiegend alleine auf der Insel. Die Regisseurin Jacquelyn Mills filmt sie bei ihren alltäglichen Beobachtungen von Flora und Fauna. Ihre Studien zu der Population verwilderter Pferde, für die die Insel bekannt ist, und allgemein zur Biodiversität auf Sable Island haben die autodidaktische Wissenschaftlerin zu einer geschätzten Expertin gemacht. Auch das Sammeln erschreckender Mengen Plastikmülls gehört hier zum Alltag. Mills filmt auf 16 mm, und das Material verleiht der kargen Landschaft besondere Schönheit. Wissenschaft und Kunst verschmelzen in den Aktivitäten der beiden Frauen und bereichern sich gegenseitig. Die Bewegungen von Käfern werden in Musik verwandelt. Pferdemist liefert Lucas interessante Daten. Mills experimentiert mit ihm, mit Algen und anderen Pflanzen in der Filmbelichtung und -entwicklung. Wenn die letzte Filmrolle angebrochen wird, enden nicht nur die Dreharbeiten, sondern auch eine besondere Begegnung zweier Menschen. Das stimmt fast melancholisch. (Anna Hoffmann)
Filmgespräch mit:
Moritz Sonnewald, Meeresbiologe, Senckenberg Institut für Naturforschung
Christina Budde, naxos.Kino