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Rock Chicks

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05.03.2024
19:00

Marita Stocker

D 2023, 79 Min

Engl. mit dt. Untertiteln

Die Karlsruher Dokumentarfilmerin Marita Stocker blättert in „Rock Chicks“ ein völlig neues Kapitel Musik-Geschichte auf: Der Rock’n Roll ist weiblich! In den USA und hierzulande kaum bekannt: Es waren (nicht zuletzt Schwarze) Frauen, die den legendären Rocksound einst erfunden haben.

Suzie Quatro ist noch die bekannteste Rock-Größe (auch sie noch nicht unter den neun Prozent Frauen in der Hall of Fame!) in diesem Film. Zu entdecken sind wunderbare Musikerinnen wie die mit Dauerwelle im Plüschsessel rockende Cordell Jackson, die 74jährige Linda Gail Lewis, die sich 12.000 Kilometer Tournee zumutet (lange, schön gefilmte  Autofahrten spielen eine große Rolle), oder Kristin Hersh, die es schaffte, sich abseits der Musikindustrie durchzusetzen.

Es ist ein Film, der die bisher oft unsichtbaren Frauen des Rock’n Roll als Rebellinnen feiert – und diskret umgeht mit den dunklen Seiten: der Abwertung weiblicher Kreativität, dem Spagat zwischen Musik und Mutterschaft, dem Schwarzen Loch nach dem Auftritt, Drogen, Suizid-Gedanken, dem Diebstahl des afro-amerikanischen Erbes.

Es gibt intime Proben, Aufnahmen im Studio, und es kommen auch Pferde vor, ein Kakadu und mindestens zwei Hunde. Wunderbar!

Zum Filmgespräch begrüßen wir:
Mane Stelzer, Singer/Songwriterin, Frauenmusikbüro Melodiva, und die Regisseurin Marita Stocker.

Moderation: Ruth Fühner, naxos.Kino

Bitte die veränderte Anfangszeit beachten: ab jetzt immer um 19:00 Uhr!

© Bilder: MitjaHagelueken_AccentusMusic

Eigentlich eigentlich Januar

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12.03.2024
19:00

Jan Peters

D 2023, 100 Min.

Deutsch

Jan Peters war mit seinen Filmen WIE ICH EIN FREIER REISEBEGLEITER WURDE und
NICHTS IST BESSER ALS GARNICHTS bereits mehrfach unser Gast.

Eigentlich war dieses neue Projekt EIGENTLICH EIGENTLICH JANUAR klar definiert:

einen Monat pro Tag sollte eine dreiminütige Rolle 16-mm- oder Super-8-Film belichtet werden – also sollten eigentlich 31 Clips entstehen – aber dann ist das Regeln brechen eigentlich auch ein Markenzeichen von Jan Peters...

So kommt alles doch anders als vermutet: Ferien im Schnee als Reminiszenz auf Nanuk aus dem Jahr 1922, alte Familienfotos mit der Frage nach den Klebstoffen der Erinnerung, Litfaßsäulen mit vermutetem Unterwelt-Fahrstuhl, Steine, Gräber und eigentliche Fahrradstraßen u.v.a.m.

"Das überlagerte, selbst entwickelte analoge Material führt zu grobkörnigen, flackernden, verfärbten Aufnahmen.
Ein atemloser Text verbindet Gedanken zu Don Quijote, Walter Benjamin, Robert Flaherty, Jonas Mekas, bedingungsloser Filmförderung und Unsterblichkeit für alle.

Aus obsessivem Bilder machen, -sammeln, -suchen, -archivieren und -befragen wird ein autobiografischer Beitrag zur filmischen Geschichtsschreibung."
(Birgit Kohler)

Preis für die beste Kamera Dokumentarfilm.

Eine Reihe von Sequenzen, beginnend mit einem Reenactment aus der Filmgeschichte; Fotos auf nassen Straßen, Steine am Meer, Graffitis und andere Fundstücke; Zooms und Kamerafahrradfahrten; alles aus der Hand gefilmt. Darüber hinaus fixe Einstellungen, Episoden aus sich auftürmenden Einzelbildern, Abfolgen von To-Do-Listen; dazwischen Unternehmungen, Beobachtungen; unterschiedliche Geschwindigkeiten; Aufzeichnungen, so scheint es, um der eigenen Wirklichkeit näher zu kommen, um die Gegenwart zu fixieren; Aufzeichnungen, die sich – wie im Text beschworen – gegen das Verschwinden richten und nicht nur in Form von Bildern, sondern auch von Techniken: Das Analoge führt hier zur Reflexion des Mediums selbst; ein Bewusstsein für die Materialität der Bilder, für Farben, Licht, Texturen, die uns als Kratzer, Streifen, Blitze, Schlieren usw. entgegenkommen und deren Herstellung im Film so beschrieben wird: „Für eine 30-Meter-Rolle Film 108 g Waschsoda in zwei Liter Wasser, 30 Gramm Vitamin C dazu, dann 80 Gramm Instantkaffee, in absoluter Dunkelheit, bei 20 Grad Celsius, 15 Minuten im Eimer, dann 5 Minuten wässern, 10 Minuten fixieren, das Licht kann jetzt wieder an, nochmal wässern und vor dem Aufhängen durch ein Wasserbad mit einem Tropfen Geschirrspülmittel ziehen, dann zum Trocknen auf die Leine.“
Für seine Arbeit am Bild geht der achtung-berlin-Kamerapreis an Jan Peters für EIGENTLICH EIGENTLICH JANUAR. Herzlichen Glückwunsch! (Dokumentarfilm Jury bei Achtung Berlin Filmfestival 2023)

Zum Filmgespräch begrüßen wir:
Jan Peters
, Filmemacher, Professor für Film und bewegtes Bild, Universität Kassel.

Moderation: Wolfgang Voss, naxos.KINO

© 24fs

Anselm – Das Rauschen der Zeit

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19.03.2024
19:00

Wim Wenders

D 2023, 93 Min

Deutsch

Der Filmemacher Wim Wenders beleuchtet Leben und Werk des Künstlers Anselm Kiefer und enthüllt seinen Lebensweg, seine Inspirationen, seinen kreativen Prozess und seine Faszination für Mythos und Geschichte. Vergangenheit und Gegenwart werden miteinander verwoben, um die Grenze zwischen Film und Malerei zu verwischen, sodass man vollständig in die Welt des großen zeitgenössischen Künstlers eintauchen kann. Über zwei Jahre hinweg hat Wenders für diesen Film mit Anselm Kiefer verbracht.
Besucht werden auch die Schaffensorte des Künstlers, der in Deutschland geboren wurde und sich im Laufe seiner fünfzigjährigen Karriere schließlich auf einem monumentalen Anwesen im französischen Barjac niedergelassen hat. Der Film erlaubt seinem Publikum eine Reise durch das Werk Kiefers, dessen Kunst die menschliche Existenz und die zyklische Natur der Geschichte erforscht; inspiriert von Literatur und Poesie, Philosophie, Wissenschaft, Mythologie und Religion.

Zum Filmgespräch begrüßen wir
Regine Prange, Professorin für Neuere Kunstgeschichte, Kunst- und Medientheorie, Goethe-Universität Frankfurt

Moderation: Marianne Spohner,  naxos.Kino

© Bilder Road Movies, DCM