Programmflyer

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Filme der kommenden Wochen

Fassaden

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14.07.2026
19:00
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Alina Cyranek

D 2025, 87 Min

Deutsch

Was Frauen in toxischen Beziehungen erleben, welche Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hat und wie sie einen Ausweg und Hilfe finden, dies macht Alina Cyranek in ihrem Dokumentarfilm FASSADEN sichtbar. Dabei leistet sie ruhig und unaufgeregt zunächst vor allem eins: Aufklärungsarbeit. Auch wenn man die Zahlen kennt und auch weiß, dass viele misshandelte Frauen aus ihrer Beziehung nicht loskommen – zu hören, was sie sich nicht nur in ihrer Umgebung, sondern auch bei hilfloser, unwilliger Polizei und vor Gericht (von den Verteidigern der Täter, aber auch von Richtern) anhören müssen – das bringt noch einmal eine neue Dimension. Und dabei ist vom Patriarchat nur ganz am Schluss einmal kurz die Rede…

Der Film hat drei Bildebenen: in einem klassisch dokumentarischen Rahmen erzählen ein Polizist, eine Ärztin, eine Rechtsanwältin, eine Sozialarbeiterin, eine Mitarbeiterin eines Frauenhauses, die klar und sachlich die Machtverhältnisse und Beziehungsstrukturen einordnen. Wir sehen Häuser – eine Villengegend, Einfamilienhäuser, Hochhäuser, Siedlungen. Und wir sehen eine Frau und einen Mann, eine Tänzerin und einen Tänzer zunächst unter weißem Tuch (wie in einem Kokon, aus dem langsam die Wahrheit zutage tritt), später vor schwarzem Hintergrund, poetische Bilder einer Beziehung, hochästhetisch und physisch, die Raum lassen für Vielschichtigkeit und Komplexität solch einer Beziehung und immer mehr von Rissen durchzogen werden.Dazu erzählt Sandra Hüller die aus vier realen Erfahrungsberichten verdichtete Geschichte einer Frau, die aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung ausbricht, sowie von einem politischen und gesellschaftlichen System, das lieber wegschaut. Der Film zeigt, welche Machtstrukturen hinter den Fassaden stecken und wie unzulänglich der Staat Frauen schützt.

Kurzfilm: Leere Orte / Deutschland 2018

Filmgespräch mit:
Prof. Dr. i.R. Margrit Brückner, Soziologin, Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS), Forschungsschwerpunkt Gewalt gegen Frauen
Anna Wagner, Leitung Mousonturm und Tanzdramaturgin

Ruth Fühner, naxos.Kino

©Rotzfrech Cinema

We all bleed red

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21.07.2026
19:00
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Josephine Links

D 2025, 87 Min

Deutsch

Martin Schoeller hatte bereits US-Präsidenten, Hollywoodstars und Sportikonen vor seiner Kamera. In seinen privaten Fotoreihen konzentriert sich der Star-Fotograf jedoch auf jene Teile der US-Gesellschaft, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen – auf Obdachlose, ehemalige Inhaftierte, Dragqueens oder Native Americans. Seit dreißig Jahren lebt Schoeller in den USA und kennt die Extreme eines Landes, das politisch und sozial immer mehr auseinander zu reißen droht. Mit einem mobilen Foto-Setup kreiert er einen intimen Raum, in dem ihm Menschen von ihren Lebensrealitäten erzählen. Der Fotograf wird zum vorurteilsfreien Zuhörer – und für die Zeit des Porträts zum engen Vertrauten.
Josephine Links begleitet Martin Schoeller bei seinen persönlichen Fotoprojekten und zeigt dabei nicht nur einen weltweit gefeierten Fotografen bei der Arbeit, sondern eröffnet auch Einblicke in diverse Lebenswelten, die von den Bruchstellen der amerikanischen Gesellschaft erzählen. Damit transportiert der Film gerade jene zutiefst humanistische Erkenntnis, die Martin Schoeller mit seiner Arbeit seit Jahrzehnten zu vermitteln sucht und im Film durch die Worte eines Native Americans zum Ausdruck kommt: „We all bleed red“. (© 2025 Salzgeber & Co. Medien GmbH)

Kurzfilm: One Man, Eight Cameras / Großbritannien 2014

Filmgespräch mit:
Gunter Deller, Dipl.Designer, Fotograf, Experimentalfilmer, Programm-Macher Mal Seh'n Kino.
Florian Albrecht-Schoeck, Dipl.Designer, Künstler, Fotograf, Hochschule für Gestaltung (HfG), Offenbach

 

Carola Benninghoven, naxos.Kino

©Salzgeber

Der Tod ist ein Arschloch

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28.07.2026
19:00
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Michael Schwarz

D 2025, 79 Min

Deutsch

Sterben und Abschiednehmen gehören zum Leben dazu. Warum fällt es uns trotzdem so schwer, darüber zu reden? Der Berliner Bestatter Eric Wrede und sein Team versuchen, den Tod aus der Tabuzone zu holen – mit weniger Berührungsängsten, mehr Ehrlichkeit und mehr Empathie. Bei ihnen sind Verstorbene nicht nur ein Job, und Trauernde nicht nur Kunden. Jeder Fall ist anders und individuell – und als eine todkranke Freundin sie um Begleitung bittet, geraten die Bestattungsprofis an ihre persönlichen Grenzen. (Filmfestival Max Ophüls Preis)

Kurzfilm: Nun sehen Sie Folgendes / Deutschland 2010 

Filmgespräch mit:
Michael Schwarz, Regisseur
Melanie Dietz, Cutterin

Ruth Fühner, naxos.Kino

©mindjazz pictures

Kings and Extras: Digging for a Palestinian Image

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04.08.2026
19:00
Eintritt frei
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Azza El-Hassan

D 2004, 62 Min

Deutsch

Die Filme der Medienabteilung der PLO sollten ein selbstbestimmtes Bild der palästinensischen Realität vermitteln – und verschwanden während der israelischen Invasion in Beirut im Jahr 1982. In einem „Roadmovie“ von Palästina nach Jordanien, Syrien und in den Libanon folgt die Regisseurin Azza El-Hassan den widersprüchlichen und verwirrenden Hinweisen auf den Verbleib des verlorenen Archivs. Die zunehmend absurde Suche führt sie schließlich zu einem Märtyrerfriedhof, wo die Filme angeblich begraben liegen und wo aus offensichtlichen Gründen niemand bereit ist, zu graben. Während Azzas Suche nach den verlorenen Bildern sie in verschiedene Sackgassen führt, wird sie mit neuen Hinweisen konfrontiert und beginnt, ihre eigene Geschichte zu konstruieren. Der Film spiegelt die Situation im Nahen Osten wider – eine gescheiterte Revolution, das problematische Verhältnis zu den arabischen Nachbarn, die Frage nach einer palästinensischen Identität heute. Azza El-Hassan zeigt Mythen, Lebensgeschichten und Lebenslügen, die persönlichen Auswirkungen von Niederlage und Verlust. Sie bringt sogar etwas Humor in die Tragik der Situation – zu der sie gleichzeitig ein Gefühl der Zugehörigkeit und der Ablehnung empfindet.

 

 

 

Filmgespräch mit:
Luna Vega, Destina Yildirim, Oğulcan Korkmaz, Red Cinema Collective - ein migrantisches Filmkollektiv mit Fokus auf dekoloniales Kino

Oğulcan Korkmaz, naxos.Kino

Red Cinema

©deckert Distribution gmbh

War and Justice

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11.08.2026
19:00
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Marcus Vetter, Michele Gentile

D 2023, 96 Min

Deutsch

"Gewidmet Ben Ferencz, dem jüngsten Chefankläger bei den Nürnberger Prozessen, der sein Leben lang dafür kämpfte, Krieg durch Gerechtigkeit zu ersetzen.

Am 24. Februar 2022 überfällt Russland die Ukraine, kurze Zeit später erlässt der Internationale Strafgerichtshofs (ICC) einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen der Verschleppung von Kindern aus der Ukraine und damit einhergehenden mutmaßlichen Kriegsverbrechen. 18 Monate später, am 07. Oktober 2023 verübt die Hamas ein grausames Massaker an Israelischen Zivilisten. Israel antwortet mit der größten Offensive auf Gaza, die es je gegeben hat. Der Krieg droht zu eskalieren. ICC-Chefankläger Karim Khan reist in den Nahen Osten und kündigt an, jede Art von Kriegsverbrechen zu verfolgen, auf beiden Seiten. Der Dokumentarfilm WAR AND JUSTICE erzählt die 25-jährige Geschichte des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) in seiner Mission die schwersten Verbrechen an der Menschheit zu beenden. Doch können Kriegsverbrechen im Krieg überhaupt verhindert werden, oder hat Ben Ferencz, ehemaliger Ankläger der Nürnberger Prozesse recht, wenn er sagt, dass das größte Verbrechen der Krieg selbst ist. Im Mittelpunkt des Films stehen Benjamin Ferencz, der Argentinier Luis Moreno-Ocampo, der 2003 zum ersten Chefankläger ernannt wurde und Karim Khan, der aktuelle Chefankläger des ICC. Die Regisseure Marcus Vetter und Michele Gentile folgen Luis Moreno Ocampo um die Welt, während er die Unterstützung der Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie gewinnt und gemeinsam mit Ferencz und Khan gegen Kriege im Kongo, in Libyen, Palästina und der Ukraine kämpft. Im Laufe des Films bekommt ein komplexes juristisches Verfahren ein Gesicht und der Zuschauer versteht, warum Angriffskriege, die Mutter aller Verbrechen, kaum vor Gericht gebracht werden können, wenn die größten Weltmächte – China, Russland, Indien und die Vereinigten Staaten – immer noch nicht bereit sind, den ICC als globalen Gerichtshof anzuerkennen?

Im April 2023 stirbt Ferencz im Alter von 103 Jahren, doch Ocampo und Khan kämpfen ihm zu Ehren weiter, entschlossener denn je, allen Angriffskriegen ein Ende zu setzen. Denn Kriege ziehen Rache nach sich, Gerechtigkeit nicht.

 

Filmgespräch mit:
Imad Mustafa, Referent für Menschenrechte, medico international
Svenja Raube, Juniorprofessorin für internationales Strafrecht an der Universität Göttingen

Cornelia Spohn, naxos.Kino

©Der Filmverleih

Le Mali 70

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18.08.2026
19:00
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Markus Schmidt

D 2023, 93 Min

Deutsch

Die Dokumentation begleitet eine Berliner Big Band auf ihrer Reise nach Mali. Der Grund: Sie wollen ein Album mit der legendären Rail Band aufnehmen. Die deutschen Musiker fanden alte Schallplatten aus Malis längst vergangener Musikgeschichte. Trotz kultureller Missverständnisse geben die Musiker alles, um den Bigband-Sound wieder aufleben zu lassen. Das Roadmovie durch Mali wird begleitet von mitreißendem afrokubanischen Bigbandjazz.

Filmgespräch mit:
Markus Schmidt, Regisseur

Tom Löffler, naxos.Kino

©Real Fiction Filmverleih

One to One: John & Yoko

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25.08.2026
19:00
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Kevin MacDonald

UK 2024, 100 Min

OmU

1971 tauschen John Lennon und Yoko Ono ihr großes Haus in London gegen ein Zwei-Zimmer-Loft im New Yorker Greenwich Village. Beide wirken befreit: er von seiner übergroßen Beatles-Persona, sie von den sexistischen und rassistischen Anfeindungen der Fans, die ihr vorwerfen, einen Keil in die berühmteste Band der Welt getrieben zu haben. In New York taucht das Paar ein in die Subkultur. Zu ihrem Kreis gehören schillernde Gestalten wie der Beat-Poet Allen Ginsberg oder der schräge Aktivist A. J. Weberman - berühmt unter anderem dafür, dass er Bob Dylans Müll durchwühlte. In diesem Umfeld fangen Lennon und Ono an, sich politisch zu engagieren: für die Bürgerrechtsbewegung, gegen den Vietnamkrieg und die reaktionäre Regierung Richard Nixons. Doch der Schwung der Flower Power-Bewegung ist weg. Julia Haungs, SWR

 

Filmgespräch mit:
Peter Kemper, Autor von "Die Beatles" und "John Lennon - Leben, Werk, Wirkung"

Ruth Fühner, naxos.Kino

©filmagentinnen