Programm
Programmflyer
PDF September 2026 PDF Oktober 2026
Filme der kommenden Wochen
Julia Beerhold
D 2023, 79 Min
Deutsch
Dies ist die Geschichte zweier Geschwister. Ihre Eltern liebten und förderten sie. Aber die Eltern übten auch rohe Gewalt aus: Die Kinder wurden geschlagen, sogar auf Wunden. Sie wurden geohrfeigt, wenn sie hinfielen. Manchmal grundlos. Für die Eltern war dies kein Widerspruch. Sie behaupteten, ihre Kinder zu lieben, und die Kinder glaubten es.
Die beiden Kinder sind die Regisseurin und ihr Bruder. Der Film dokumentiert die Geschichte der Familie sowie den Versuch, über etwas zu sprechen, das man normalerweise verschweigt: Die Misshandlung der eigenen Kinder. Ein Film über Schuld, Vergebung – und die Sehnsucht nach Familie.
Kurzfilm: Familienschaukel von Tobias Wiemann / Deutschland 2007
Filmgespräch mit:
Tanja Dietz, wiss. Mitarbeiterin FB Erziehungswissenschaften, "Kindheits- u. Familienforschung", Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Anna Sica-Ott, Beratungsstelle bei Gewalt in Kindheit und Jugend, Kinderschutzbund Frankfurt a. M.
Mitglied, Hessischer Betroffenenrat Wiesbaden
Christina Budde, naxos.Kino
In Kooperation mit dem Kinderschutzbund Frankfurt a. M.
©mindjazz pictures
Jafar Najafi
Iran 2023/2019, 60 Min/30 Min
Farsi / OmU
Zwei Dokumentarfilme des iranischen Regisseurs Jafar Najafi im Doppelpack:
ALONE
Der 14-jährige Hirtenjunge Amir spielt, lacht und streitet mit seinen jüngeren Schwestern auf ihrer Schafweide im Iran. Doch sein nervöses Grasrupfen offenbart die große Zerrissenheit, die in ihm herrscht: Seit der Vater vor einigen Jahren verstorben ist, muss Amir die Funktion des Familienoberhaupts erfüllen und die Verantwortung für seine Schwestern tragen. Seine innere Stimme sagt ihm, dass er die 12-jährigen Mädchen nicht zum Heiraten freigeben kann. Gleichzeitig will er seine Familie nicht vor den Kopf stoßen und sich nicht leichtfertig über die Traditionen der Dorfgemeinschaft hinwegsetzen. Wir begleiten Amir in seinem einsamen Kampf gegen patriarchale Strukturen. Dayela Valenzuela
Der Film hatte seine internationale Premiere beim Filmfestival von Venedig in der Sektion Giornate degli Autori (Venice Days), wurde außerdem beim DOK.fest München gezeigt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen bei internationalen Filmfestivals.
ASHO
Der Hirtenjunge liebt das Schauspielen und träumt von Hollywood. Zwischen Schafehüten und seine Cousine Pari necken, ist er ein leidenschaftlicher Filmfan. Er bewundert Jonny Depp, liebt Emma Stone, doch will seine zukünftige Braut nicht vor der Kamera sehen. Pari sieht das anders, wenn Asho ein Star wird, dann sollte sie das auch tun. Aber beide sind es schon lange: Bis zum großen Durchbruch sind die Familie, die Landschaft und die nach Promis benannten Schafe das Publikum.
Kurzfilm: Aus meinem Leben von Daood Alabdulaa / Deutschland 2021
Filmgespräch mit:
Jafar Najafi, Regisseur
Melanie Gärtner, Gastmoderatorin, Programmleiterin Hessische Dokumentarfilmtage LETS DOK
LETs DOK I Hessische Dokumentarfilmtage
©Jafar Najafi
Khamis Masharawi u.a.
Palästina/F/Katar/JOR 2024, 115 Min
Deutsch
"From Ground Zero“ ist eine Kompilation mit 22 Kurzfilmen von Regisseur*innen aus Gaza. Gedreht zwischen Dezember 2023 und März 2024 fangen die zwischen drei und sechs Minuten kurzen Filme individuelle Perspektiven auf die aktuelle Kriegs-Realität in Gaza ein. Mit einem Genremix aus Spielfilm, Dokumentarfilm, Doku-Fiktion, Animation und experimentellem Kino präsentiert From Ground Zero eine Vielfalt an Geschichten, die die Trauer, den Überlebenswillen, die Freude und die Hoffnung widerspiegeln, die dem Leben in Gaza innewohnen.
Das Projekt wurde von Rashid Masharawi, einem international renommierten palästinensischen Filmemacher aus Gaza, ins Leben gerufen.
beteiligte Reigisseure:
Wissam Moussa
Filmgespräch mit:
Irit Neidhardt, freie Autorin, Kuratorin und Referentin zum Themenbereich Kino und arabische Welt.
Cornelia Spohn, naxos.Kino
©mecfilm
Rosa von Praunheim
D 2014, 90 Min
Deutsch
Die Frankfurter Wurzeln Rosa von Praunheims stecken schon in seinem Namen. Mit "Praunheim Memoires" setzt er seiner Herkunft ein filmisches Denkmal, ein äußerst lebendiges und unterhaltsames. Der Film ist zugleich Einführung in die Lebensgeschichte und das künstlerische Universum des Filmemachers, Gesellschaftsgeschichte der Stadt und ein spannender Blick auf ihre Gegenwart. Es vermischen sich chronologische Erzählung, assoziative Gedankenstränge, fiktionale Elemente und Gespräche mit bekannten und weniger bekannten Wegbegleiter*innen. Vom Stadtteil Praunheim geht es an die Offenbacher Werkkunstschule (heute HfG), zum Hessischen Rundfunk, an den Frankfurter Berg bis ins Zentrum des Bankenviertels.
Filmgespräch mit:
Gabriela Bloem, Vorsitzende Kunstwerk Praunheim
Christian Setzepfandt, Gästeführer der Stadt Frankfurt
Marianne Spohner, naxos.Kino
Special Guest: Männerchor Praunheim (Sound of Praunheim)
©missing films
Sylvie Kürsten
D 2025, 93 Min
Deutsch
Wie lassen sich die Grenzen des Sag- und Sichtbaren durch Kunst verschieben – trotz oder gerade wegen aller Widerstände? Vor gut 50 Jahren erklärte eine Handvoll Künstler:innen die einstige sozialistische Vorzeigestadt Chemnitz/Karl-Marx-Stadt zur avantgardistischen Happening-Zone. Ob stumme Performances oder Pleinairs an der See, überbordende Künstlerfeste oder kaltnadelradierte Kollektivwerke – die Künstlergruppe Clara Mosch und die genossenschaftlich organisierte Galerie Oben haben seit den 70er Jahren bewiesen, dass Kunst in der DDR frei sein kann. Und westlichen Vorbildern wie Joseph Beuys in nichts nachsteht.
Mit ihrem Dokumentarfilm „Go Clara Go: die Kunst des kreativen Widerstands“ legt die Regisseurin Sylvie Kürsten ein Ausnahmekapitel ostdeutscher Kunstgeschichte offen. Zusammen mit den Protagonist:innen von damals spürt sie der kreativen Energie dieses subkulturellen Durchlauferhitzers am sächsischen Erzgebirgsrand nach – und taucht tief ein in diese legendäre DDR-Parallelwelt, in der Kunst und Leben immer zusammen gehörten. Das zog zahlreiche Fans an, aber auch die Spitzel der Stasi. Ein filmisches Fest für die nonkonforme Kunst aus dem Osten und eine Hommage an die Heimat. Und zwar pünktlich zum europäischen Kulturhauptstadtjahr 2025, wenn Chemnitz das Kunstpublikum aus aller Welt empfängt.
Filmgespräch mit:
Sylvie Kürsten, Regisseurin
Dr. León Krempel, Direktor der Kunsthalle Darmstadt
Rosemarie Tuchelt, naxos.Kino
©Salzgeber