Programm
Programmflyer
Filme der kommenden Wochen
Aysun Bademsoy
D 2024, 86 Min
Deutsch
Aysun Bademsoys Langzeitbeobachtung türkischer Fußballspielerinnen in Berlin-Kreuzberg nimmt 30 Jahre nach der ersten Annäherung die nächste Generation in den Blick. In Deutschland geboren und aufgewachsen, stellt diese sich dennoch die Frage: Fühlt man sich hier wirklich angenommen? Es scheint, als würde noch immer ein kultureller Riss ihre Leben bestimmen. Mit Blick auf 1990er Jahre schwelgen ihre Mütter heute in Erinnerungen an eine Jugend, in der das Fußballspiel den Raum für Emanzipation gab. Die Welt der Töchter spannt sich zwischen Extremen auf: scheinbar freie Selbstdarstellung auf Instagram und gleichzeitiger Rückzug in den Islam als Bezugspunkt und SicherheitsversprechenAysun Bademsoy zeigt Menschen, die Suchende bleiben. Ihre dokumentarische Position entwickelt dabei nicht nur ein vielschichtiges Porträt der ehemaligen Fußballspielerinnen, sondern wirft Fragen danach auf, wie Lebenswege generationsübergreifend geprägt werden.
Der Filmabend findet im Rahmen des Programm Remake On Location der Kinothek Asta Nielsen statt und ist eine Fortführung des Festivals Remake. Frankfurter Frauen* Film Tage. Der Fokus des Festivals liegt seit der Gründung auf feministischer und queerer Filmgeschichte. Die Jubiläumsausgabe im Dezemebr 2025 widmete sich mit dem Titel „Woher wir kommen, wohin wir gehen“ Generationenverhältnissen im Film.
Filmgespräch mit:
Aysun Bademsoy, Regisseurin des Films
Arzu Çalkılıç, Spielerin und Protagonistin
Christina Budde, naxos.Kino
Asta Nielsen Kinothek / Remake on Location
©pong film 2024
Malte Rauch
D 2009, 82 Min
Deutsch, Englisch
Der weltberühmte schwarze amerikanische Jazz-Musiker Jon Hendricks beschließt, einem Teil seiner Vergangenheit, ins Auge zu sehen.
Nachdem ihn Frankreich 2001 den Orden »Legion d‹Honneur« verliehen hatte, bricht er im Sommer 2007 erneut auf, um die Stätten seiner ersten Begegnung mit Frankreich - nach der Landung in der Normandie - wiederzusehen.
Im 2. Weltkrieg, kämpfte der damals 22-jährige Jon Hendricks an zwei Fronten: gegen Hitler, die Nazis und, als schwarzer GI der US Army, gegen den Rassismus in den eigenen Reihen.
1944, mit 22 Jahren, war Hendricks schon einmal hier, damals als Soldat einer Versorgungseinheit der US Army. Hendricks und seine farbigen Freunde fanden großen Anklang bei den Französinnnen, was den Neid der weißen GIs erregte, mit denen es dann zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Nach einer Schießerei - ohne die Möglichkeit, sich zu verteidigen - beschloß Hendricks, zu desertieren.
Als wichtiger Organisator und Kenner der internen Verwaltung nahm er Stöße von Antragsformularen mit und gründete eine Phantomeinheit mit vier anderen Schwarzen und einem weißen Franzosen, den sie als U.S Captain verkleideten. Sie betätigten sich im Schwarzhandel und auch am Wiederaufbau Frankreichs.
Das flog aber irgendwann auf und alle beteiligten Schwarzen hatten das Todesurteil zu befürchten.
Nach Ablehnung eines ersten rassistischen Pflichtverteidigers und mit der Hilfe eines neuen jüdischen Verteidigers blieb ihm das erspart.
Stattdessen wurde er zu Zwangsarbeit verurteilt, dann Freigelassen - aber gefesselt zurück nach Amerika verschifft. Auf diedsem Schiff nun hörte er den Song »Salt Peanuts« von Dizzie Gillespie - und war begeistert. Zu Hause nahm er seine Sängerkarriere wieder auf, und gründete das Trio »Lambert, Hendricks & Ross« - bald die heißeste Gruppe der Stadt und der USA. Ein Jazzstar war geboren.
Auch heute geht Hendricks noch auf Tournee; Hendricks lebt in Toledo, Ohio, wo er eine Professur für Jazz hat. Nach seinen Kriegserfahrungen hatte er sich geschworen, nie mehr 2. oder 3. Klasse leben...
+++ EINTRITT FREI +++
Filmgespräch mit:
Eva Voosen, Schnitt
Malte Rauch, Regie
Wolfgang Voss, naxos.KINO
© Standfilm
Jürgen Ellinghaus
D 2023, 96 Min
Deutsch
Stummfilm-Pionier und „Afrikaforscher“ Hans Schomburgk drehte um 1910 in der einstigen deutschen „Musterkolonie“ Togo vom kolonialen Blick geprägte Abenteuer- und Dokumentarfilme. Mehr als 100 Jahre später begibt sich Regisseur Jürgen Ellinghaus mit einem mobilen Kino an die Originaldrehorte der Filme, um zusammen mit den togolesischen Zuschauer*innen den historischen Kontext der Filmbilder und die Auswirkungen des Kolonialismus zu ergründen.
Filmgespräch mit:
Jürgen Ellinghaus, Regisseur
Larissa Förster, Leiterin Weltkulturenmuseum Frankfurt am Main
Fidel Amoussou-Moderan, PhD Candidate, History, Ruhr-Universität Bochum, (angefragt)
Marianne Spohner, naxos.Kino
©maxim Film
Eva Neymann
D/UA 2025, 124 Min
Deutsche Untertitel
Filmgespräch mit:
Eva Neymann, Regisseurin
Ruth Fühner, naxos.Kino
© déjà-vu film UG