Rückblick

Blacks Britannica: Briten, die genug british waren

Foto: Im Gespräch mit dem Publikum v.l.n.r. Destina Yildirim, Luna Vega und Oğulcan Korkmaz vom Red Cinema Collective.

Einwanderungswellen aus der Karibik auf der Flucht vor der wirtschaftlichen Stagnation, die das britische Empire verursacht hat. Die britische Nachkriegsgeschichte macht sie zwar zu Briten, die Gegenwart hingegen versucht ihnen einzureden, dass sie nie britisch genug sind. Ein rassistisches System erlaubt es seinen schwarzen Bürgern nicht, das zu tun, was ihnen als notwendig vermittelt wird. Militante Reaktionen sind die Folge.

Farbige seien zur Erhaltung der Klassengesellschaft benutzt worden, meinte Destina Yildirim. Daraus habe sich ein Teil der Arbeiterklasse gebildet, unterstrich Luna Vega. Oğulcan Korkmaz´s Fazit: „Es gibt keine schönen alten Tage mehr“. So hätten die Einwanderer aus den Kolonien keine Jobs bekommen, die ihnen zuvor versprochen worden waren, was letztlich zur Ghettoisierung geführt habe.

Gleichberechtigung war Fehlanzeige. Margret Thatcher (damalige britische Premierministerin) brachte es auf den Punkt: Ihnen fehle „the british character“.
Yildirim nannte diese Haltung einen „wirtschaftlich-gesellschaftlichen Offenbarungseid“. Das sei jedoch kein alleiniges britisches Phänomen, meinte Korkmaz, auch europaweit habe die koloniale Ausbeutung stattgefunden.

(rh)

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