Rückblick
TRANS MEMORIA: Identitätsfindung –Und was kommt danach?

Ein Film über Transidentität und Transrealität: Victoria blickt zurück in die Vergangenheit, um ihre Geschlechtsumwandlung zu verstehen. Sie teilt ihre Erfahrungen mit Athena und Aamina, die sich auf ihrer eigenen Reise durch die Transition befinden
So stellt der Film laut Moderatorin Ruth Fühner Fragen nach Ehrlichkeit, freier Wahl, Trauer sowie Verantwortung für die Geschlechtsumwandlung. Betroffene fänden sich oft in Notgemeinschaften wieder, meinte Jessica Purkhardt, Trans*-Beraterin bei der AIDS-Hilfe Frankfurt, begleitet von psychologischer Betreuung. Ihrer Meinung nach sollte der Begriff eher „geschlechtliche Vielfalt“ heißen, wie schon in vergangenen Kulturen üblich.
Menschen kämen zu ihr mit praktischen Fragen nach Identitätsfindung, etwa wie groß der „andere Anteil“ in ihnen sei. „Genitale Angleichung allein ist nicht die Lösung“, sagte Purkhardt. Sie sei oft mehr Fluch als Lösung und die Betroffenen fielen oftmals in ein schwarzes Loch mit Depressionen. In der modernen Gesellschaft unterlägen sie einem enormen Druck, den sie anfangs medizinisch entgegnen wollten. „Zunächst zum Psychologen, dann zum Mediziner. Das hielt man für die ultima ratio“
Aktuell machten in Frankfurt 40 Prozent der Geschlechtsangleichungen aus, wobei seit 14 Jahren eine Geschlechtsumwandlung nicht mehr an eine OP gebunden sei.
Und nach dem erfüllten Wunsch einer Geschlechts-OP gehe die Beratung bei Purkhardt langsam zurück. Dennoch bilde sich um die Betroffenen eine extreme Einsamkeit.
Bild:
Filmgespräch mit Jessica Purkhardt (r.), Trans*-Beraterin, AIDS-Hilfe Frankfurt, und
Ruth Fühner, naxos.Kino.
naxos-Kino