Rückblick

Das Gewicht der Welt: Die Natur verhandelt nicht

Foto: Filmgespräch v.l.n.r. Eva Backhaus, Scientists for Future Frankfurt, Hadwiga Fertsch-Röver, naxos.Kino. Prof.Dr. Sebastian Seiffert, Protagonist, und Regisseur Florian Heinzen-Ziob.

Wie forscht man weiter, wenn die Welt brennt? Ein Dokumentarfilm, der die Dringlichkeit des größten Dilemmas unserer Zeit schmerzhaft erfahrbar macht: Drei Naturwissenschaftler:innen ringen mit der Frage, was passiert, wenn wissenschaftliche Fakten ohne Konsequenzen bleiben. So ist die Klimakrise zwar wissenschaftlicher Konsens, menschengemacht und existenziell bedrohlich, aber
die größte Angst ist nicht die Katastrophe als Ereignis, sondern die Gewöhnung an das Wegsehen.

Regisseur Florian Heinzen-Ziob wollte „Menschen an der Front“ mit wissenschaftlicher Expertise und persönlichem Schicksal aufzeigen. Diese hatten Fakten geliefert, ohne über sich selbst zu reden.Laut Sebastian Seiffert befinde sich die Welt in einem Zustand der Verdrängung der Klimakrise. Antrieb zu Veränderungen dürfe nicht Hoffnung sein, sondern Handeln. Um im Einklang mit seinen Werten leben zu können, forderte Eva Backhaus Aktionen, um gegen die Klimakrise zu mobilisieren, nicht aber zu politisieren. Dazu forderte Heinzen-Ziob „mehr Druck von der Straße“ von vielen, die die Misere benennen und Lösungen vorantreiben.

Dass „Forscher forschen, Politiker umsetzen“, so Hadwiga Fertsch-Röver, müsse man laut Heinzen-Ziob infrage stellen, weil es nicht funktioniere. Seiffert habe den Eindruck, die Verdrängung der Krise sei bei Wissenschaftlern intensiver geworden. Dahinter stehe „Angst um eigene Stellen“, was radikale Äußerungen zurückhalte. Das Verhältnis von Forschern zu Politikern sei nicht aufgekündigt, so Backhaus, es habe nie bestanden. Versöhnlich: Der Film präsentiert die innerste Überzeugung der gezeigten Menschen.

(Der Film entstand In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V., unterstützt von Scientists for Future Frankfurt am Main.)

(rh)

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