Rückblick

Blacks Britannica: Briten, die genug british waren

Foto: Im Gespräch mit dem Publikum v.l.n.r. Destina Yildirim, Luna Vega und Oğulcan Korkmaz vom Red Cinema Collective.

Um dem US-amerikanischen Publikum einen Einblick zu geben in die vergleichbaren rassistischen Strukturen im UK, produzieren David Koff und Musindo Mwinyipembe Ende der 1970er Jahre den Film BLACKS BRITANNICA. Jedoch unwissend, dass sie damit einen der größten Zensurskandale des Senders auslösen würden. Zu schockierend seien die Materialien. Die Konsequenz: Die Filmemacher dürfen BLACKS BRITANNICA nicht mehr zeigen und der Skandal über den staatlich gelenkten, bewusst kontrollierten britischen Rassismus soll totgeschwiegen werden.

 

Einwanderungswellen aus der Karibik auf der Flucht vor der wirtschaftlichen Stagnation, die das britische Empire verursacht hat. Die britische Nachkriegsgeschichte macht sie zwar zu Briten, die Gegenwart hingegen versucht ihnen einzureden, dass sie nie britisch genug sind. Ein rassistisches System erlaubt es seinen schwarzen Bürgern nicht, das zu tun, was ihnen als notwendig vermittelt wird. Militante Reaktionen sind die Folge.

Rassismus, so das Team von Red Cinema, habe immer eine Aufgabe innerhalb der Klassengesellschaft. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass es sich bei der rassistischen Diskriminierung der indischen, pakistanischen oder karibischen Arbeiter:innen um eine unkontrollierte Eskalation der Situation gehandelt hat. Vielmehr wurde deutlich, dass die systematische Zerstörung von Wohnvierteln, die Kriminalisierung von migrantischen Menschen und das Vorgehen der exekutiven Staatsorgane gegen Arbeiter:innen und Gewerkschafter:innen der Erhaltung der britischen Klassengesellschaft dienten.

Gleichberechtigung war Fehlanzeige. Margret Thatcher, damalige britische Premierministerin, brachte es so auf den Punkt: Ihnen fehle „the British character“. Das sei jedoch kein alleiniges britisches Phänomen, auch europaweit habe die koloniale Ausbeutung stattgefunden.

 

(rh)

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