Rückblick

Frauen als Männer

WO/MEN erzählt von sechs Frauen in einer patriarchalen Welt und einer gemeinsamen Entscheidung: Die Weiblichkeit aufgeben und als Männer leben, persönliche Freiheit erleben und für Gleichberechtigung kämpfen, um eine echte Burrnesha zu sein.
„Die Frauen haben mit der Presse vor Ort negative Erfahrungen gemacht und waren deshalb skeptisch, als Protagonisten/ -innen im Film mitzuwirken““, sagte Regisseurin Birthe Templin. Patriarchale Generationen hätten Jahrhunderte überdauert: „Was können 12-jährige Mädchen tun, um sich dagegen zu wehren?“ Abgebaut habe die Regisseurin diese Skepsis durch Wertschätzung und diverse Drehs mit nur vier Personen.
Wenn Jungen die Familie verlassen, seien oftmals Frauen in die Rolle des Sohnes gegangen, um die Familie weiterzuführen. Es sei aber niemals Thema gewesen, dass die WoMen per Gewalt von Männern bedroht worden seien.
Die Zahl der heute noch in Afghanistan und angrenzenden Balkanländern lebenden Burrneshas ist jedoch mit etwa 20 Repräsentanten/ -innen mehr als überschaubar. Blieb die Frage, warum sich die Regisseurin bei geschätzten 45 Millionen Einwohnern dieses Bereichs auf eine solche Minorität konzentrierte. Sie sei über eine Fotoausstellung in Berlin auf das Thema gestoßen.
(rh)
Foto: naxos-Moderatorin Ruth Fühner (r.) mit Regisseurin Birthe Templin.

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